Blog / Framente

Alles zieht vorbei. Und hinterlässt seine Kratzer.

Ohne Musik kann ich nicht. Einzelne Lieder lassen mich direkt zu einem vergangenen Moment springen. Einzelne Zeilen bringen mich zum Grinsen. Machen mich nachdenklich. Traurig. Glücklich. Dabei wechseln die Künstler, wie auch die Lebensphasen. Aber ein paar Künstler bleiben. Oft sind es jene, die wie ich auf der Suche sind. Verschiedene Facetten an sich entdecken. Sich ausprobieren. Dazu zähle ich Menschen wie Maeckes. Tua. Und Fatoni.

Ich wusste lange nicht genau, wer ich bin oder was ich kann. Wollte mich in einer Schublade finden, aber passte nirgends rein. Weder war ich der coole Sportler, noch der Partyheld oder Frauenschwarm. Erst mit der Zeit - und mit ganz viel Musik in den stillen Momenten - findet man Gleichgesinnte. In einzelnen Zeilen. Hört selbst in sich hinein. Probiert sich aus. Ich habe Texte geschrieben. Stundenlange Gespräche auf viel zu kleinen Balkonen geführt. Menschen getroffen. Bin mit ihnen ein paar Schritte gegangen. Habe mich getrennt. Andere festgehalten.

Wollte nicht so sein wie die anderen - doch war und bin ich immer auf der Suche nach Orientierung. Und es gibt Phasen, da geht einem die Luft aus. Liege dann irgendwo und lasse alles an mir vorbeiziehen. Fatoni geht es vielleicht ähnlich. Vielleicht auch völlig anders. Aber sein neues Lied "Alles zieht vorbei" löst sehr viel in mir aus. Genau wie viele seine Lieder. Zwischen Tatort und Kunst. Momentweise im Modus. Ganz ohne Vorurteile macht er Dies das. Hört nicht auf die Anderen - dafür auf seine Luxusprobleme. 💎

Wenn man Jahr für Jahr diese Gedanken in Form von Liedern, Büchern, Gesprächsfetzen auf sich einrieseln lässt, so wird man selbst zur Collage. Und schaut man genau hin, so findet man in jedem Menschen diese kleinen Bruchstücke. Man mag sie Narben nennen. Erfahrungen. Ecken und Kanten. Alle so wichtig, auch wenn man sie vielleicht erst mit der Zeit zu schätzen weiß. Sie überhaupt erst lesen kann.

Twitter · Mai 2019

Im Mai 2019 zog brand eins in eine ehemalige Marzipanfabrik — und ich mit. Dazwischen Heimatbesuch in Schwäbisch Gmünd, die erste b1konf, wieder bloggen nach langer Pause. Neugierig bleiben, verletzbar machen, füreinander dasein. 22 Tweets, 2 Bilder. (KI-generiert)

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Eine Marzipanfabrik. Private Blogs. Europawahl.

Es ist schon wieder passiert. Nachdem ich vor etwa 3,5 Jahren half, das Büro des IBM Studios Hamburg neu zu denken, sind wir nun auch mit brand eins umgezogen. Dies ist der Grund, weshalb es wieder ein bisschen stiller war. Aber nach einer Woche Urlaub auf der Insel, genug Schlaf und einem Murakami bin ich wieder da mit einem Blogbeitrag und einer Podcastfolge 🎉

Eine Marzipanfabrik

Nach 10 Jahren am Speersort wollten wir uns mit brand eins weiterentwickeln. Wir wollten einen Raum schaffen, wo wir Leser und Unternehmen begrüßen können. Einen Ort, an dem die unterschiedlichen Rollen noch besser zusammen arbeiten können. Diesen Ort haben wir in Bahrenfeld gefunden. Eine alte Marzipanfabrik ist das neue Zuhause von brand eins. Die Räume sind so geschaffen, dass man auf großen Marktplätzen miteinander im Austausch steht, aber dennoch jederzeit einen Ort zum konzentrierten Arbeiten findet. Eine große gemeinsame Küche und zwei Veranstaltungsräume erlauben uns, in Zukunft unsere Nachbarschaft einzuladen - egal ob Meetup oder Release-Party. Noch hängt nicht jede Lampe, aber ich freue mich über jeden Besucher, der uns besuchen mag.

Ein Bürumbau mit industrieller Deckenbeleuchtung, verstreuten Materialien und Werkzeugen auf dem dunklen Betonboden. An den Wänden sind gelbe und weiße Paneele sowie eine offene Tür zu sehen.
Vor den Umbauarbeiten: "Einmal alles raus. Danke!"

Private Blogs

Seit über 15 Jahren schreibe ich Dinge in dieses Internet. Was mit NetObjects, Tripod und phpnuke begann, kann man gut und gerne als Leidenschaft bezeichnen. Ich lernte so das Programmieren. Begegnete unterschiedlichsten Menschen. Und erfuhr mit jedem Beitrag mehr über mich. Konnte Interessen teilen und Gedanken loswerden. Mit den sozialen Netzwerken wuchs im ersten Moment die Nähe. Noch mehr kleine Updates. Fotos und Kurznachrichten. Und irgendwie fühlte es sich anders an. Die langen und persönlichen Blogbeiträge wurden weniger. Followerzahlen wurden wichtiger. Ein Schema F wurde erkennbar. Influencer reiten den Algorithmus. "Unser Internet" wurde von den lauten Stimmen übernommen. Ich war nie laut und mochte schon immer die Stillen. Die Nachdenklichen und ihre Geschichten. Und ich möchte dorthin zurück! Mehr Geschichten und Gedanken festhalten. Diese offen zugänglich machen. Über diesen Blog und meinen Podcast. Ich will schöne Dinge, aber auch Ängste teilen. Mich mehr über Inhalte vernetzen. Wieder einen Blogroll pflegen. Bewusst nur einer Auswahl von Menschen folgen. Erzählen. Und zuhören. Außerhalb von quadratischen Bildern und 280 Zeichen. Deshalb: Blogempfehlungen gerne an mich 🙋‍♂️

Europawahl

Mittlerweile hat es hoffentlich jeder mitbekommen - am Sonntag ist Europawahl. Da wird hingegangen. Aber was tun, wenn man sich noch nicht endgültig entschieden hat und zudem seit Wochen bei der Lage der Nation hinterher hängt? TikTok löschen und informieren. Denn wie Eva Schulz erwähnt: Bei der Europawahl ist die Hürde deutlich geringer. Nämlich bei einem Prozent. Also lohnt es sich die einzelnen Programme und Argumente der kleinen Parteien genauer anzuschauen. Hierfür eignen sich die Wahlprogramme und verschiedene Vergleichsseiten (Update: Am Wochenende wurde der Wahl-O-Mat vom Verfassungsgericht Köln verboten. Kleine Parteien würden benachteiligt werden). So helfen Yourvotematters oder Wahlswiper beim Verstehen der Grundsatzthemen und Vergleichen der Positionen. Außerdem höre ich Podcasts. Fast jeder Podcast diskutiert die Wahl und so kann man alleine durch Zuhören lernen. Im Kopf sortieren. Entscheiden. Auch große YouTuber analysieren die großen Parteien und bringen hoffentlich noch mehr Menschen dazu, ihre Stimme zu nutzen. Gegen Rechts. Gegen Abschottung. Für Europa.


Das war's 🎉 Fühlt sich gut an. Sicher noch nicht so rund, aber darum geht es auch gar nicht. Ich wollte ein paar Gedanken teilen. In schriftlicher Form und persönlich über den Podcast. Lasst mich hören, was ihr davon haltet. Und meldet euch gerne, wenn euch die S1 zufällig nach Bahrenfeld bringt.