Blog / Framente

Twitter · Mai 2018

Im Mai 2018 experimentierte ich mit vier Apps auf dem Smartphone — und schrieb darüber auf Medium. Gleichzeitig wuchs die XING News Redaktion, Videopodcasts liefen an, Flugverspätungen nervten. Zwischen Innovation und Alltag. 15 Tweets, 4 Bilder. (KI-generiert)

Weiterlesen

Grinsen im Gesicht

Mit weit aufgerissenen Augen und einem breiten Grinsen im Gesicht geht es um den Esstisch. Irgendwo ist noch mehr Schokolade versteckt. Ein Blick hinter den Vorhang. Genau da. Lautes Lachen. Zwei Minuten später liege ich weinend auf dem Boden - weil ich nichts mehr finde. Ostern 1992. Ein paar Zentimeter weniger und ein paar Haare mehr. 2018 ist  etwas ruhiger. Gemeinsam ausschlafen, Rührei und Marmeladenbrötchen. Bei Minusgraden durch den Park. Hand in Hand. Heute wird das Grinsen meist durch Menschen ausgelöst. Sie bringen mich zum Lachen. Staunen. Mit kleinen Gesten. In Gesprächen. Durch ehrliche Sätze. Doch bin ich für mich, dann frage ich mich manchmal: Wann hat man aufgehört sich über Kleinigkeiten zu freuen? Warum strahle ich bei einer Tafel Schokolade nicht mehr so? Oder laufe mit Blumen in der Hand über die nächste Wiese?

Ein lachender kleiner Andreas mit hellblondem Haar steht auf einer grünen Wiese mit Löwenzahn und trägt eine bunte Jacke in Blau, Rot und Orange.
Schaut mal - Blumen!

Egal ob Kuchen aus Sand. Ein Stock, der auch Raumschiff sein kann. Überall warteten Welten voller Überraschungen. Später waren es Filme. Konzerte. Flaschendrehen. Das erste Mal mit der Bahn alleine losfahren. Die eigene Webseite. Das eigene Auto. Vier Wände, in denen man tun und lassen kann, was man will. Momente und Dinge, die sich in die Erinnerung brannten. Ohne Instagram-Story und Beweise auf dem Handy.

Heute gibt es so viele Dinge, die mich überraschen wollen. Werbespots. Bestenlisten. Ein Video, das bei Minute 1:32 völlig verrückt endet. Jeder ist bei Twitter. War bei Facebook. Hat seine Lieblingsfilme geteilt. Mich auf Instagram an die schönsten Orte der Welt entführt. Wunderschöne Deckenlampe über wunderschönem Tisch, auf dem ein wunderschöner Kerzenständer steht. Hach. Immer mehr auf allen Kanälen. Und es macht immer weniger Spaß. Scrolle gelangweilt durch diese Streams. Noch ein Mini-Schwein. Trump hat den Nächsten gefeuert. Playstation 4 im Angebot. "Wir haben 3 neue Serien für dich, Andreas".

Ich versuche mich an richtig gute Artikel zu erinnern. An einen Film, der mich in den letzten Wochen gefesselt hat. Bei dem das Handy die komplette Filmdauer ausgeschaltet im Nachbarzimmer lag. Wann bin ich das letzte Mal über ein Musikvideo gestolpert und musste grinsen? Und zwar über beide Ohren? Weil ich damit nicht gerechnet habe. Etwas einfach nur toll finde. Ertappe mich dabei, wie ich mich mit Menschen wie Fynn Kliemann vergleiche. Er macht einfach sein Ding. Probiert neue Dinge aus und macht das, worauf er Lust hat. Hat Spaß dabei - auch wenn er unendlich viele Anläufe braucht. Er dabei schreit. Tobt. Ich liege auf dem Sofa. Ja, das sind vielleicht alles Luxusprobleme. Weil ich mir gerade keine Gedanken über meinen Job machen muss. Über den notwendigen Umzug. Fehlende Freunde. Aber trotzdem suche ich manchmal dieses Grinsen. Ist das normal, wenn man altert?

Sollte man mehr neue Dinge probieren? Oder darüber froh sein, dass man schöne Sachen gefunden hat. Sie nicht neu entdecken muss. Ich befürchte, es gibt keine neue Plattform, kein Magazin oder kein tolles Hobby, welches das Grinsen einfach so zurückbringt... Fragte er und kämpfte sich durch seinen vollen RSS-Reader.

Twitter · März 2018

Im März 2018 war ich vollkommen fasziniert von #Gladbeck — dieser Dokumentation, die zeigt, wie alle nur zuschauen während die Polizei scheitert und die Presse alles dokumentiert. Gleichzeitig fragte ich mich, ob Facebook noch einen Platz in meinem Leben hat. Serie, Podcasts, Magazine: Überall suchte ich nach guter Erzählung. 16 Tweets, 1 Bild. (KI-generiert)

Weiterlesen

Vom Umziehen und Vergessen.

Schnee auf unserem Balkon. Seit Tagen treibt einen die Kälte durch Hamburg. Vom warmen Bett, in die Bahn, zur Arbeit und wieder zurück. Draußen Winter. Drinnen nimmt alles Gestalt an. Die gemeinsame Wohnung. Unsere Kisten sind verschwunden. Lieblingsbücher an der Wand. Unterschiedlichste Teller in den Schränken. Bilder von uns beiden und unseren Freunden. Durchatmen bei OK KID.


Mit dem abgeschlossenen Umzug begann direkt der nächste Umzug. Von Tumblr zu Wordpress. Seit 2001 stelle ich Texte und Gedanken ins Internet. Am Anfang klassisch in HTML. Danach auf Wordpress gewechselt. Irgendwann kam Tumblr und alle alten Inhalte verschwanden im Nirgendwo. Leider. Mochte die Kreativität. Habe mich Nächte durch den Stream geklickt, dabei Bücher und Filme entdeckt. Knapp 9 Jahre landeten dort meine Blogbeiträge, doch irgendwann hörten immer mehr Nutzer auf. Werbung überschwemmte meinen Stream. Und ich befürchte, dass es Tumblr nicht mehr lange geben wird - jetzt wo Gründer David Karp gegangen ist. Deshalb bin ich wieder zurück auf meinen eigenen Webspace. Zu Wordpress. Alles noch im Aufbau, aber das wird. Viele Beiträge sind mitgekommen und einige sind dort geblieben. Das nächste Kapitel beginnt 😊

Mit dem Blog-Umzug habe ich auch wieder mehr programmiert (bzw. am Code rumgebastelt). Doch wo man früher noch direkt an der Seite bastelte, sind es heute Frameworks, die über alles drüber gezogen werden. Frank Chimero hatte genau die selbe Beobachtung: Everything Easy is Hard Again. Methoden ändern sich, also muss man umlernen. Dinge vergessen. Vielleicht auch wieder von vorne beginnen. Doch wer kann genau sagen, ob der neue Ansatz so viel besser ist. Ob das neue Framework wirklich notwendig ist. Oder ob man zwanghaft erneuert, um Langeweile zu verhindern. Sich von der Masse distanzieren zu können.

Und es fällt schwer heute Dinge zu verstehen. Früher konnte ich mir den Code anschauen und nachbauen. Heute ist alles unter zahlreichen Schichten versteckt. Es wird unlesbar und somit schwer zu imitieren.

Illegibility comes from complexity without clarity. I believe that the legibility of the source is one of the most important properties of the web.
Dabei lernt man doch durch Beobachtung. Durch mehrmaliges Wiederholen. Falsch machen und irgendwann begreifen, wie es richtig geht. Ich jedoch komme mir teilweise ganz schön verloren vor. Zwischen Tutorials & Grundsatzdiskussionen. Möchte befreundete Webentwickler nicht nerven. Und bleibe doch beim Default. Früher war es leichter...

Außerdem:

  • Ich war in der Elbphilharmonie. 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Wunderschöne Musik in einem tollen Gebäude. Überall war der Klang so gut, als würde ich direkt davor sitzen. 🎻
  • Black Mirror Staffel 4 hat mich gelangweilt. Die Themen wiederholen sich. Teilweise zu brutal. Zu wenige Überraschungen. Herausgestochen hat "Hang the DJ" - dort bestimmt das System, wer mit wem zusammenkommt und wie lange eine Beziehung anhält. Weil man es nie anders gelernt hat. 💙
  • Genau so schwer tat ich mir mit Fargo Staffel 3. Anfänglich wirkte die Geschichte langsam. Doch wurde dann immer besser. Gute Charaktere und Abhängigkeiten untereinander. 🚓